Bunter Themenblumenstrauß im Brüsseler Europaparlament

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Ja was denn nun? Die Debatte im Plenum zu ungleichen Tarifstrukturen, fehlenden weiblichen Firmen-CEOs, Frauenquote in Vorständen und zu vielerorts fehlendem Frauenerbschaftsrecht, also die EU-Debatte anlässlich des Weltfrauentages?    Um 9Uhr zu früh für uns, die wir am Vortag erst so verspätet aus Paris angekommen waren. Die Konferenz “Japan – 1 Jahr nach der Nuklearkatastrophe” u.a. mit dem ehemaligen Fukushima-Gouverneur und Energiewende-Unterstützer  Eisaku Sato? Verpasst, müssen wir nachgucken auf dem Parlaments-TV-Archiv (oder auch in der ZDF Mediathek, im Rahmen des Beitrags “Die Fukushima-Lüge“).  Die Landgrabbing-Tank-statt-Teller-ExpertInnenrunde? Liegt genau richtig in unserem Zeitplan!

Fabian besorgt uns die Besucherausweise und schon sitzen wir drin, in einem der dem Parlamentssaal angeschlossenen Konferenzräume. Wir hören Jean Zieglers Nachfolger Olivier de Schuttler,  UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, in einer Videobotschaft an die an dem Thema arbeitenden ParlamentarierInnen oder deren MitarbeiterInnen, NGO-VertreterInnen, Journalisten, unabhängigen Fachleuten, Banken- und Firmenlobbyisten  von Deutsche Bank, Cargill/Monsanto und Co. (nachzuschauen im Parlaments-TV hier).  Beim Reingehen treffen wir – welch nette Überraschung – Daniel, Veras Zupi-Kollege, der mittlerweile für Friends of the Earth Europe in Brüssel arbeitet und die Studie “Farming Money” mit herausgegeben hat, die das Verwickeltsein der Pensionsfonds von Deutsche Bank, AXA, HSBC, Allianz u.a. in Nahrungsmittelspekulation und eben auch Landgrabs ausführlich beleuchtet. Neben dem Schlagwort “Trog-statt-Teller” (Soja-Futtermittel-Frage) und “Tank-statt-Teller” (Agrosprit 1.0) also auch “Bank-statt-Teller”? Griffige Kampagnen-Slogans dann auch an allen Ecken des Infotischs am Eingang des  Konferenzraums, einer der eindrücklichsten nach wie vor von Foodwatch e.V.: “Hände weg vom Acker, Mann!” mit der entsprechenden Studie zur Deutschen Bank. Oder die interaktive Weltkarte zum Thema Landgrabbing von Inkota e.V. Dann noch die allgemeinen Hinweise zu den (Nachhaltigkeits-)Portfolios aller Banken weltweit, von Banktrack.org, ferner Transparency International und lobbycontrol.org, sowie die Bankenwechsel-Kampagne “Krötenwanderung” von ATTAC, mit der Auswahl sozialökologisch engagierterer Banken. Auch GRAIN war vertreten, jene kleine NGO aus Barcelona, die uns schon dort aufgefallen war, weil sie ausschließlich zu Nahrungsmittel-Souveranität arbeitet und dafür 2011 einer der Alternativen Nobelpreise bekommen hatte. Die rund um uns hinter den Fenstern der Galerie positionierten Simultan-Übersetzerinnen leisteten beeindruckende  Arbeit. In dieser Runde wurde nur innerhalb von drei Sprachen übersetzt, anders als im Parlamentssaal nebenan. Dort konnten wir später alle 27 plus x Übersetzerhäuschen sehen, allerdings war die Debatte zum Weltfrauentag ja schon vorbei. Das Abstimmungsverhalten aller Europaparlamentatierinnen ist übrigens auf www.abgeordnetenwatch.org verfolgbar! Persönlich dann auch per Einladung aus den Reihen der 754 Abgeordneten oder natürlich auch von der Besuchergalerie. Vielen Dank für die Einladung, Fabian, demnächst kommen wir dann mit SchülerInnen!

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