Bordeaux und Paris: mehrmals ein Dejavu und etwas Neues!

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Bordeaux und Paris: mehrmals ein Dejavu und etwas Neues!

Schöner Wiedererkennungseffekt in Frankreich: Kaum kommen wir bei Guillaume und Helene (und ihrer zweijährigen Nais) an, erklären sie uns, dass sie für das gemeinsame Kochen erst noch zur Verteilstelle ihres Gemüse-AMAP müssten, ob wir denn wüssten was das sei, ein AMAP! Anders als letzten September (vgl. unseren Post “Was ist ein AMAP”), als wir bei Zabou und Yves zu Gast bei der Weinlese waren, die für eine solche Einkaufsgemeinschaft Bioobst produzierten, waren wir diesmal eingeladen, das ganze aus Konsumentensicht zu beobachten: in einer Art Gemeindezentrum waren Kisten verschiedener Wintergemüse aufgebaut, von denen sich Guillaume einen großen Korb (10kg?) zusammenstellen konnte. Ohne vor Ort dafür zu bezahlen. Denn Anfang des Jahres hatte er und andere 20 Familien dem Hof soviel Geld vorgestreckt – 750 EUR pro Partei (je nach Familiengröße) -, so dass auf dem Hof Planungssicherheit für das Jahr herrschte und genau klar war, was produziert werden sollte. Einen weiteren AMAP hat der Hof im Programm und macht evt. auch noch den Wochenmarkt. Nun stellt sich Guillaume jeden Mittwoch einen riesigen Korb zusammen und alle paar Mittwoche hilft er bei der Verteilung. Reingefahren wird das Gemüse von der Vertragslandwirtin selbst, sie ist mal bei dem einen, mal bei dem anderen AMAP bei der Verteilung dabei. (Rob, das beantwortet hoffentlich deine Frage im Kommentar von neulich.) Bei Guillaume und Helene waren wir die ersten Warmshower-Gäste! Beide sind begeisterte Tourenradler, besonders Jordanien habe ihnen zuletzt gut gefallen, was uns an unsere indirekte Tandem-Bekanntschaft, das tandem-nostrum.org, erinnerte, die auf ihrer Mittelmeer-Umrundung gerade in Jordanien sind. Syrien mussten sie leider umfahren… Jetzt mit Nais fahren die beiden fleißig mit Anhänger und überlegen, auf ein Tandem umzusatteln. Nais und Guillaume haben unser Tandem dann auch am nächsten Morgen ausprobiert, als ich sie zur Kinderkrippe radelte. Inspiration hatten sie sich allerdings auch schon vor der Begegnung mit uns gesucht, wie in zwei Tandem-Bildern der Slideshow weiter unten zu sehen ist, die wir aus einer Fahrradzeitschrift bei ihnen abfotografiert haben.

In Paris-Montreuil bei Meike und David mehr Wiedererkennungseffekt: der Gemeinschaftsgarten, den wir letzten April schon kennengelernt hatten, wird nach wie vor kultuviert (diesmal wurde eine Saatgut-Tauschbörse und ein piquenique veranstaltet), Montreuil ist nach wie vor sehr lebendig, hat immer noch seine grüne Bürgermeisterin, und – apropos Politik – der Wahlkampf hat uns wieder! Nachdem er sich schon letzten Herbst in Frankreich angekündigt hatte – und wir zwischendurch spanischen, marokkanischen direkt erlebt hatten, per Radio auch russischen und amerikanischen – ist jetzt die Hochphase vor der Wahl am 22.4. erreicht. Auch all diejenigen, die ihn beeinflussen wollen, arbeiten auf Hochtouren: Meike und ihre französische Sektion der NGO “Climate Action Network” mit ihrer Konferenz zu Energie-Entwicklungs-Szenarien 2050, diejenigen, die an der Vorbereitung der 200km langen Fukushima-Gedenktag-Menschenkette von Lyon nach Avignon am kommenden Sonntag, “three-eleven”, arbeiten (mit Veranstaltungen auch in Paris, Bordeaux und anderen Städten abseits der langen Kette) und natürlich auch die Karikaturisten in den Tageszeitungen (Bsp. davon in der Slideshow unten). Neu, ohne Deja-Vu, war übrigens der Riesen-Wurmkomposter von Ami de la Terre nebem dem Spielplatz, wo alle aus der Nachbarschaft mit ihrem Biomüll die Würmer füttern können. Die Stadt holt dann die Erde ab und nutzt sie für Anpflanzungen.

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Mittlerweile sind wir von Paris mit endlosen Regional-Zugverbindungen und besonders netten belgischen Schaffnern nach Brüssel gereist. Juli fängt heute ihren neuen, unbefristeten (!) Job bei der NGO Health and Environment Alliance an, ihr Freund Fabian ist Assistent einer Europa-Abgeordneten. Nachher – am Weltfrauentag übrigens – bekommen wir das EU-Parlament gezeigt. Nach Straßburg wieder so ein Deja-Vu…

2 responses »

    • Witzig, Klaus, du bist schon der zweite innerhalb von zwei Tagen, der mir vom “Wildwuchs” erzählt! Schön, von dir zu hören! Was machen die Trainingseinheiten auf dem Klavier😉
      lg Florian

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