La Palma bietet Blicke auf verschiedene Meere …

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Liebe alle!! Wir melden uns zurück nun schon Ende Januar, mitten in der Mandelblüte La Palmas🙂 Unser Ankommen auf La Palma war früher als gedacht: schon vor Weihnachten wechselten wir die Inseln, da die Mitarbeit im Rahmen von “wwoofing” flexibler gehandhabt wird, als von uns vorher erträumt. So wechselte unser Plan A zu Plan C! Wir lernten, dass freiwilligen Mitarbeitern trotz vereinbarter Arbeitszeit frühzeitig (der nicht vorhandene Vertrag) gekündigt werden kann und dass sogar 14 Tage vor Einsatzbeginn eine dreimonatige Zusage gänzlich abgesagt werden kann. Die Gründe sind vielschichtig und wohl auch durch die Flexiblität Gleichgesinnter entstanden, die von sich aus nicht am Einsatzort erschienen oder frühzeitiger abreisten. Für uns selbst bedeutete dies zwischen den Jahren ein Nachdenken, was wir nun selbst von den Kanaren, bzw. La Palma, wollen, wie lange wir selbst uns verpflichtungsfrei hier wohl fühlen würden. Wir entschieden uns für Mieten und gegen wwoofen und gleichzeitiger Unabhängigkeit von unzuverlässigen Arbeitgebern. Dazu kam auch die Akzeptanz, dass selbst ein gut durchgeplantes Sabbatjahr dazu einlädt, auf erwartetes Eintreffen zu verzichten und sich den örtlichen Gegebenheiten hinzugeben! Somit haben wir uns zunächst klimatisch mit der Insel auseinander gesetzt: das, was euch

unglaublich vorkommen mag – nämlich dass wir gerade draußen sitzen können – ist selbst auf dieser Insel mitten im Atlantik keine Selbstverständlichkeit: als wir aus dem teils heißen Valle Gran Rey von Gomera auf La Palma ankamen, lernten wir bei El Paso Fallwinde kennen, die von gut 2000m hohen Felsen die Hochebene hinunterfegten und uns nach Sonnenuntergang gegen 18h in das zugige Holzhaus trieben. Nach ein paar Tagen ließen wir uns  schon leicht verzweifelt die 600m Höhenunterschied nach Tazacorte Puerto auf dem Tandem herunterrollen, um uns an einem der wenigen zugänglichen Strände aufzuwärmen. Klar war für uns, dass wir einen Ort brauchten, frei von Wind und Bananenplantagen (hier werden durchschnittlich 85 Liter pro Hektar gespritzt, noch viermal mehr als in Andalusien, teils mit auf dem Festland schon ausrangierten Mitteln, höchste Krebsrate Spaniens leider genau hier). Wir wurden fündig im Raum Tijarafe, auf einer Pferdefinca der Schwedin Marie-Luise. Hier mieten wir seit Neujahr ein Zimmerchen mit Anschluss an einen Gemeinschaftsraum, der nach Sonnenuntergang durch die Wohnküche mollig warm ist. (ja es stimmt: hier wird es nachts 3-8 Grad kalt und die wenigsten haben eine Heizung!!) Geteilt wird er mit derzeit 7 Wwoofern aus Irland, Schweden, Rumänien, Frankreich und der Schweiz. Warum auf dem Foto unser Tandem im Auto von den zwei befreundeten Couchsurfern Tanja und Michael zu sehen ist, ist leicht zu beantworten: nach unserer Abfahrt zum Strand, 15 Minuten nur Rollenlassen, haben wir nicht wieder hochgefunden gehabt! La Palma soll schließlich die zweitsteilste Insel der Welt sein, seitdem der vor mehreren Mio. Jahren ausgebrochene Vulkan zum Erkalten kam.

Zurück geblieben sind nicht überquerbare “Barrancos”, spitzzulaufende Täler, die ausschließlich durchwandert oder ausgefahren werden müssen. Das Ausfahren bedeutet Haarnadelkurven, Serpentinen und mehrere hundert Höhenmeter. Wir benutzen das Rad also nur noch zur Fahrt in den Bioladen im nächsten Dorf, Richtung Puntagorda – etwas weniger kurvenreich und nur 100 Höhenmeter! Beeindruckt sind wir natürlich von dem Nebeneinander dieser Insel: es gibt neben den Gebieten mit den für uns eher exotischeren Früchten wie Physalis, Chirimoyas, Kaktusfeigen, Bananen, Mangos und Guaven auch Regionen, die im Winter so kalt werden, dass dort Kernobst gedeiht. Also auch Äpfel, Birnen oder Pflaumen. So können wir auch immer noch regelmäßig Mandeln pflücken und am selben Baum die Blüte bewundern – ja Frühling mitten im Januar, nur fehlt der Amselgesang😉 Ohne die Bewässerung der AnwohnerInnen wäre jedoch die herkömmliche Natur – zumindest hier auf der Westseite der Insel – eher von trockenen Nadelholzwäldern, Drachenbäumen und Kakteen geprägt, die auch gerade am Besten die anhaltende Trockenheit aushalten (für uns natürlich sehr angenehm) für die Natur eher zehrend, dass die Wolken leider nur die Sonne verdecken, anstatt endlich abzuregnen! Spanien und die Kanaren erleben gerade einen der trockensten Winter seit Beginn der Aufzeichungen.Das Leben vor Ort ist ansonsten von Spaniern und Spanierinnen, von einigen wenigen Nachkommen der Guanchen und unzähligen Aussteigern besonders aus Deutschland geprägt. Zum einen sind dies sonnenhungrige Hippies, die gern das Höhlenleben wiederentdecken (oder in ihren bunten Rainbow-Bussen über die Insel fahren) oder aber ruhebedürftige und freiheitssuchende Menschen, die fern von Verkehr und vielen Nachbarn das kanarische Inselleben für sich entdeckt haben. Ein Leben im Kampf um die Einnahmen aus spirituellem Massage-Tourismus und möglichst ökologischer Landwirtschaft. Gut beraten sind diejenigen mit einer handwerklichen Ausbildung: denn fast jeder träumt hier von der unverwechselbar idyllisch gelegenen Finca im Grünen! Tanja und Michael bewohnten einige Monate übrigens ein uriges Holzhaus, welches lediglich über zwei Wanderwege zu erreichen ist, dafür aber mit Sonnenuntergangs- und Seeblickgarantie!

Für uns – wer hätte das gedacht! – geht die La Palma Zeit nun in einer Woche zuende. Wir werden über Teneriffa wieder aufs Festland reisen und dann mit dem Zug langsam unsere Rückreise beginnen. Wir sind schon gespannt, was uns alles erwarten wird🙂

2 responses »

  1. habt ihr die ehemals Didi’s Ranch gennante Finca nahe Garafía besucht?? Besos, extraño, herzlich euer Gabriel

    • Lieber Gabriel, hast du nochmal alles nachgelesen? Wow! Zu deiner Frage: Bis nach Garafia sind wir leider nie gekommen, weil Vera das Radeln zu dem Zeitpunkt zu anstrengend war und der Linienbus zu sehr geschaukelt hat vor lauter Kurven🙂 Liebe Grüße aus Potsdam! Florian und Vera und Carla

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