Kaninchen erlegt oder Schlauch geplatzt ? … wir berichten

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… natürlich haben “die Spanier” auch ein Recht auf ihren November – gar keine Frage … regnen möge es so viel es wolle … aber doch bitte nicht, wenn wir durch die Lande ziehen, oder ??😉 In Torrevieja warteten wir Freitag Nachmittag ab – bis das durchdringend feuchte Nass – immer wieder sagen uns die Leute, es sei das erste seit Mai – endlich von oben aufhörte! Wir fuhren an Cartagena vorbei und einen weiteren Tag bis hinter Aguilas, und damit endlich nach Andalusien rein, wo wir endlich wieder einen wolkenlosen und damit sichtbaren Sonnenuntergang am Strand feiern konnten! Der November bedeutet ja selbst in Andalusien, dass es um 18h mittlerweile dunkel wird … und wir natürlich immer weniger durchflutete helle Fahrzeit haben! Dabei waren Freitag, Samstag und Sonntag von teils bergig steilem Gelände oder unendlich scheinendem Salat- oder Tomatenanbau in entvölkerter Landschaft geprägt. Ein bisschen drängt sich im Inland der Eindruck auf, dass nur wenige verstreut lebende Menschen hier den Standort halten und die Erntehelferinnen und Helfer aus z.B. Marokko oder Rumänien auf den Feldern die Rücken krumm machen und gleich nebendran der Pestizid spritzende Trekker vorbeizieht – wer kümmert sich schon um die Gesundheit halb Illegaler, um Rückstände im Essen und den irgendwann vollends ausgelaugten Boden?? Florian wird hierzu noch ausführlicher berichten! Aber dennoch haben wir auf Cilas Tipp aus Rojales hin  Ana Susis “Wendland-Koop” hier im Hinterland ausfindig machen können und konnten uns so richtig rund ausstatten – als wir vorher anriefen war sie irritiert und verstand nicht so recht, was wir wollten:  “Vera” kannte sie als Nachnamen ihrer Schwägerin und verstand immer (also für deutsche Ohren) “Hallo hier ist “Trier” und Florian” (siehe Foto in der Gallerie) … dennoch hatte sie unser Telefonat behalten und es vielen merklich mehrere Groschen, als sie uns mit Tandem auf den Hof fahren sah: so war ich viel mehr verdutzt, als ich den Kopf reinsteckte und als erstes mit Namen begrüßt wurde: “Vera”? … wir mussten sehr lachen!! oh ja, wir durften sogar dort übernachten – eine unbewohnte Wohnung stand uns zur Verfügung und wir bekamen hausgemachte Tomatenmarmelade und selbst eingelegte Artischocken geschenkt!🙂

Immer wieder erinnere ich mich an den Besuch in dem Freiburger Kartenladen, der uns eine Profillandkarte von Spanien zeigte und meinte: ” ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, wie bergig Spanien ist, und was ihr euch da vorgenommen habt ?? … wenn ich an eurer Stelle wäre führe ich erstmal den Rhein-Rhone Kanal statt der Schweizer Mittellandroute – hebt die Kraft für später auf” … was wir ja auch ein Glück getan haben … denn bei allen schönen/verbauten flachen Küstenstraßen, sind es derzeit Gefälle mit bis zu 10%, die uns abwärts tragen oder uns belustigt gegenüber stehen. Nun gut, so sehr wir auch mit den Steigungen und dem wirklich starken Südwestwind, der Abfahrten manchmal sogar ausbremst, bis Cadiz zu tun haben werden: die Abfahrten haben immer noch die Kraft geschwitzte Stunden des vorherigen Hochfahrens selig auszugleichen! … hier mal ein Beispielbild, wie wir mittags versuchen dafür aufzuladen – manchen Köchen fehlt hier wirklich jeglicher Hang zur Kreativität: vegetarisches Menü ?!? wie wäre es mit frittiertem Gemüse mit Pommes?😉 – aber direkt am Meer !!😉 – manche Leute hier am Straßenrand verwundert manchmal doch glatt am Meisten, dass wir es vegetarisch essend und nur auf unabhängige Bioläden ausgerichet bis hierhin auf dem Tandem geschafft haben

…uns verwundert viel mehr, welche Mengen an Material wir verschleißen !! Zum Bsp. die 5x Vorderradspeichen und die 3 – plus x, wegen des Umwerfers – hinten. Und dann: Gestern Nachmittag hatten wir gerade Mojacár verlassen, hatten eine Steigung gemeistert und fuhren gerade feixend an einer leer stehenden Golfplatzanlage vorbei … bzw. Moment wollten wir: kurz vor dem Kreisverkehr bemerkte Florian einen platten Hinterreifen (sogar der, der erst 3 Löcher hatte!) – das Ventil war hin und wir hatten dummerweise ausgerechnet dafür kein Ersatzteil dabei. Nicht so toll, aber wir hatten ja noch unseren Ersatzschlauch – aber eben nur mit einem Autoventil und wir ohne Extraautoventilpumpe (es gab ja immer Tankstellen dafür bisher oder Fahrradläden) – da wo wir gerade waren, war aber nur der Golfplatz und eine Siedlung dazugehörig. Wir versuchten unser Glück und tatsächlich kam Florian fröhlich pfeifend wenig später mit aufgepumpten Reifen zurück. Wie schön, wir konnten weiter. Sagen wir 3 Kurven später (wir sahen die nächste Steigung vor uns und um uns herum Bergketten) ich war gerade in den Büschen und hörte auf einmal einen Knall, den ich für einen Schuss, der Kaninchen oder Rebhühnern gelten sollte hielt – aber nein, Florian guckte mich an wie ein begossener Pudel und sagte kleinlaut “das war unser Schlauch, der Typ vorhin hatte keinen Zähler an seinem Golf-Caddie-Kompressor und anscheinend war das zu viel” …. alles eigentlich kein Problem mit einem Radladen um die Ecke, hatten wir aber nicht😉 – als sich Florian spaßeshalber an den Straßenrand stellte, war schnell klar: das war die beste Möglichkeit um zu einem Fahrradhändler zu kommen: per Anhalter! ich hielt keine 2 Minuten den Daumen raus und schon hielt Luis mit einem kleinen Transporter an. Er bot uns sogar an, uns die 80km weiter in die nächste größere Stadt, also bis Alemería, mitzunehmen! In der Blechkiste sitzend wurde uns schnell klar, wie schnell die Natur an uns vorbeizog und wie sehr wir es wirklich genießen uns selbst alles zu erarbeiten. So lange es eben Sinn macht und wir das notwendige Material haben. Unser Warmshowerer Fran konnte uns auch schon einen Abend früher aufnehmen und das Hinterrad war tatsächlich schnell repariert … das dazu😉 … morgen geht es weiter auf der Zielgeraden !! neue Bilder in der Gallerie  und neues Routenupdate!

http://www.windfinder.com/forecast/salobrena_motril

One response »

  1. Habt Ihr eigentlich die “unplattbaren” Schwalbe-Reifen?
    Zum Glück sind Begegnungen mit netten Menschen bei Euch an der Tagesordnung🙂

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