Sonntags grüßt der Speichenknacker!!

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… was mich während meines Studiums, aber auch noch mal verstärkt in der Coachingausbildung begleitet hat, ist die Technik der “Zielerreichung”. Die Herausbildung also von Zielen, die realistisch zu erreichen sind … mit dem Trick, sich in Durststrecken auf das wunderbar Weite, das Hochgesteckte zu konzentrieren, um diese zu überstehen. Unser Selbsttest läuft nun schon 12 Wochen – nach Barcelona (übrigens unerwartet gleichgroß wie Berlin) war es wirklich schwer, ihn wieder aufzunehmen. Zu sehr haben wir es genossen, mit lieben Menschen zusammen zu wohnen, uns richtig zu Hause zu fühlen; im Kan (“Haus”) Pasqual oder in La Floresta bei Marta und den anderen Mädels (viele sind hier übrigens genauso erkältet wie bei euch im nördlichen Herbst, obwohl es hier tagsüber noch lauschige 20 Grad wird😉 )! Was bleibt sind die Eindrücke unserer Gespräche in Barcelona: so viele (verzweifelte) Gleichaltrige, die mit Hunderten Gleichqualifizierten auf einen neuen Job oder einen, von dem sie besser leben können als derzeit, hoffen (und auf die Straße gehen wie am 15.Oktober). Que no pierdan la esperanza🙂
Jetzt sind wir wieder im Tritt für die nächsten Etappen: letzten Dienstag ging es erst mal 25km südlich raus aus Barcelona (also nur urban!) am Hafen vorbei durchs Flughafengelände und auf einmal wieder Einöde mit ein paar verlassenen und nicht fertig ausgebauten Häusern am Rande der Bundesstraße. Halb versteckt, aber dennoch zu sehen, stehen oder sitzen hier die “Bordsteinschwalben” auf ihren pinken oder grün farbenen Plastikhockern, selbst ausgestattet mit oberschenkelhohen Lackstiefeln in “Lockfarben” wie rot oder knallgrün. Integriert waren sie dann auch in den Moment, als kurz vor Sonnenuntergang eine Schafherde zu ihrem Hof über die Straße gelotst wurde – ein kurzer Gruß vom Schäfter an sie; auch hier werden die Nächte immer kühlerm, aber nicht unter 10 Grad. Nach einem Moment warten setzt sich auch unsere Fahrt wieder in Bewegung. Einen Tag später wechseln sich bergige Steilküsten mit langen langen Sandstränden ab, verziert mit verschiedensten Palmbäumen und Büschen, die von grünen, schnalzenden Papageien bewohnt werden! Bemerkbar ist natürlich das Ende der Sommersaison. Es gibt Abschnitte in denen wir uns ganz allein neben Wellen und Wind Meter für Meter weitererfahren. Hier ein Hund, dort ein älterer Mensch, der am Strand schlendert. Zu unserer Rechten kilometerlange Apartmenthäuser-Blöcke – oft mit heruntergelassenen Rolladen, verlassen, zu Verkaufen – zu unserer Linken tausendschönes Meer.  Und dann gibt es gleich nach der nächsten Kurve wieder Strände, an denen das Leben quirlig seinen Gang geht: die Herbstferien werden gern für ein nordeuropäisches Frühlingsgefühl genutzt: Jugendliche spielen ausgelassen Beachvolleyball und kalkweiße Mädchen versuchen der Herbstsonne sie bräunende Strahlen zu entlocken!

Kurz vor Tarragona machten wir einen Abstecher nach Valls. Eine Couchsurferin hatte uns von Peres Finca “Pipirimosca” erzählt und dem dort stattfindenden internationalen Puppentheaterfestival obendrein! Die Überquerung des Bergkammes nahmen wir schnaufend in Kauf (am Berg fahren wir so zwischen 8-12km/h, wenn es aber bergab geht, schießen wir an so manchem verwunderten Spaziergänger mit 48 bis max 52km/h vorbei!!) Peere hat ähnlich wie Oriol die familiäre Farm wieder aufleben lassen; backt regelmäßig Bio-Dinkelvollkornbrot und versucht mit der Hilfe von 7 wechselnden WwooferInnen auch einen Permakulturgarten inmitten einer Steinwüste anzulegen. Für uns natürlich prima! wir konnten uns mit ihnen austauschen und uns von verschiedenen Einsatzstellen berichten. 2 Pferde laufen über das Gelände, lauter Hühner und Hunde sind auch mit von der Partie!Wir durften uns einen Tag ausruhen und Florian machte gleich neue Backwerkerfahrungen! Sein Spanisch wird übrigens immer flüssiger, er lernt mit Mafalda, einem Podcast und verschiedenen Zeitschriften z.B, – wie sollte es anders sein –  Ecohabitar oder Integral 🙂

Das Leben als Tourenradler läuft ansonsten leider so ganz anders, als das, was die Spanier und Spanierinnen leben:  das Frühstück bekommen wir klar allein geregelt (mit Müsli, nem Einkauf von Obst und ner Bäckerei, heißem Wasser von einer Bar); wenn wir aber verpassen zwischen 13 und 15h etwas Warmes zu essen, wird es abends schon etwas schwieriger: erst ab 20h gibt es wieder warme Küche – eigentlich unsere Zeit schon im Zelt zu verschwinden … ihr seht es selbst, wie früh es dunkelt! Deshalb haben wir gestern nach einer Panne, die wir ganz gut gemeistert haben, weil wir an Tankstellen aufpumpen konnten (aber ansonsten natürlich sonntags, natürlich an einer mit Lkws befahrenen Bundesstraße mit nix sonst in der Nähe) ein Hotelzimmer in Amposta genommen. Ausgerechnet in einer Nacht mit Gewitter und Regen (endlich für die Natur!) – wir waren echt froh🙂 Nun werden wir weiter durch die Reisfelder des Ebrudeltas in Richtung Valencia fahren … zig  km von Bundesstraße warten auf uns, vielleicht auch wieder mit einer netten Begegnung wie der mit den Porschefahrern in Tarragona? wir wurden nämlich von einem überholt und Florian meinte “aufpassen, dass wir ihn nicht an der nächsten Ampel selbst überholen” … es kam tatsächlich so, dass er nicht anfuhr, und wir schossen bergab beide feixend an ihm vorbei, eine halbe Stunde später überholten sie uns bei einer Brückenauffahrt erneut selbst und hupten und winkten uns zu – irgendwie köstlich🙂 … neue Bilder in der Gallerie!

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