Basel: Urbane Landwirtschaft floriert!

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Wie schön es ist, auf bekannte Projektstrukturen in einer an sich fremden Stadt zu treffen, konnten wir hier erfahren; Florian berichtet: zentral gelegen wie die Prinzessinengärten in Berlin-Kreuzberg und der Urbanacker auf Berlin-Tempelhof, urwüchsig-kreativ wie die Neuen Küchengärten in Hannover-Limmer, belebt mit Menschen, die getragen sind von der Idee, sich mitten in der Stadt gemeinsam selbst zu versorgen, mit den besten Lebensmitteln, nach den schonendsten Bewirtschaftungsprinzipien, mit den guten alten Sorten, mit Ökolandbau-Saatgut, nach Permakulturgrundsätzen und und und. Das komplette Programm eben! Sofort hatten wir Anschluss, konnten uns mehrere Abendessen ernten (herrlichen Zucchini, gelbe/grüne/rote Tomaten, Karotten, Radieschen, Mangold, Bohnen, Fenchel und rote Beete), mehr über das (wachsende) Projekt und Basel erzählt bekommen. Bepflanzte Einkaufswagen, bepflanzte Dächer, Biogemüsekisten, solidarische Ökonomie, Regionalwährung – alles am Werden hier in Basel (Bilder hier). Besonders verbreitenswert: die Idee der “Uni-Gärten”, parallel zum “Uni-Sport”! Und es wird gut angenommen!

Das zeigt doch, wie viele von uns die Supermarkt-Kultur schon satt haben, mit ihrer plastikverpackten pestizidbelasteter (Import-)Ware, 30-50% Wegwerfquote inklusive. Wobei, Weggeworfen wird selbst bei Demeter, bzw. in diesem Fall kompostiert. Auf dem Weg von Freiburg nach Basel konnten wir uns auf dem Gelände einer Demeter-Gärtnerei auf einem Traktoranhänger bedienen, der randvoll war mit einem bunten Mix aus zu kleinen Karotten, zu gebogenen Auberginen, Kürbissen mit Delle, Tomaten, die nicht der Norm entsprachen. “Das werden wir auf dem Markt nicht los”, hieß es! Hmm das stimmte uns nachdenklich. Sich von solcher Misswirtschaft und seltsamen Einkaufsvorstellungen ein Bild zu machen – weltweit werden deswegen fast die Hälfte an Lebensmitteln weggeworfen, ehe sie auf den Teller kommen! –  kann ab heute jede/r, denn heute ist der Deutschland-Start des Kinofilms “Taste the Waste”! Insbesondere der Zusammenhang zu den explodierenden Nahrungsmittel-Weltmarktpreisen dürfte hier gut gelungen sein, wenn wir von der Tagesthemen-Vorschau am 5.9. oder diesem ARD-Bericht ausgehen dürfen. Milch-Seen waren jedenfalls gestern, heute ist sogenanntes “land-grabbing” internationaler Firmen angesagt, um noch Futtermittelflächen für Kühe und Rinder zu finden. Wie sagte der hier in der Schweiz ansässige Jean Ziegler, ehemaliger UN-Sonderbeauftragter für das Recht auf Nahrung: “Die Tiere der Reichen fressen das Essen der Armen.” oder “Jedes Kind, das an Hunger stirbt, ist im Grunde ermodert worden.” Bei zur Zeit 1 Milliarde Menschen, die hungern, z.B. weil die Preise verrückt spielen und exportsubventionierte Lebensmittel aus Europa den eigenen Agrarmarkt kaputt machen. – es ist harter Tobak – aber wir alle können versuchen unsere Potentiale auszuschöpfen! vielleicht habt ihr Lust eure persönlichen Tipps hier zu posten?!

Da wir morgen die Schweiz verlassen, um am Rhein-Rhone Kanal Strecke Richtung Lyon zu machen, hier noch die zwei anderen Schweizer Produkte, die uns als sehr empfehlenswert erscheinen: das politische Magazin “Zeitpunkt“, dessen Abo-Preis die Abonennten selbst bestimmen können, auch in Deutschland! Es funktioniert wirklich! Und der Bestseller “Ausgepowert – Das Ende des Ölzeitalters als Chance ” von Marcel Hänggli. (Neue Bilder in der Galerie!)

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